Die Alptraumwelten des Karel Thole 😱💀

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Die Alptraumwelten des Karel Thole 😱💀

Die Alptraumwelten des Karel Thole

In den Siebzigern beherrschten drei Visionäre die deutsche Romanheft- und Taschenbuchlandschaft der Trivialwelten. Johnny Bruck hatte die Science Fiction Parallelwelt von Perry Rhodan optisch geprägt, Rudolf Lonati war aktiv in so gut wie allen Genres und Karel Thole (1914-2000) setzte einen drauf mit seinen beängstigenden Covermotiven auf Science Fiction Taschenbüchern beim Heyne Verlag, sowie auf Romanheften im Gruselsektor.

Tholes Wahnvorstellungen

Während Bruck eher realistisch malte (wenn man in diesem Kontext überhaupt von Realismus reden kann) und Lonati sich mit seinen Bildern an die Paranoia und die Angst im Menschen wandte, setzet sich Karel Thole von beiden durch seinen Hang zum Abstrakten ab. Seinen Bildern haftet oft eine subtile, unaufdringliche Symbolik an und trotzdem sind sie nicht so abgehoben, dass sie den Betrachter vollends verwirren.

Oft sind die ersten Eindrücke beim Betrachten von Tholes Bildern Abscheu und Ekel, denen unmittelbar Erstaunen und Faszination folgen. Im Zerfall, in verwesenden Körpern und undefinierbaren Geschwüren findet sich der Zuschauer auf nicht immer angenehme und nachvollziehbare Art wieder.

Versucht es selbst. Schaut euch ein paar Bilder von Thole an. Natürlich ist es letztendlich eine Sache des Geschmacks. Wenn man nichts mit einem Bild anfangen kann, das man sich anschaut, dann war’s das. Hier kommt mir vermutlich wieder meine eigene Biographie entgegen – ich hatte mich nämlich schon sehr früh mit dem Thole-Virus infiziert.

Bereits Mitte der Siebzigerjahre gruselten wir uns an seinen Titelbildern, die er für die frühen Dämonenkiller Romahefte gemalt hatte. Und das waren düstere und beklemmende Alptraumvisionen, die auch heute noch nichts an Intensität eingebüsst haben. Thole mag zwar beteuert haben, dass er sich nichts bei den Bildern dachte, ich bin aber überzeugt, dass sich in ihnen so manche paranoide Wahnvorstellung manifestierte. Mir jedenfalls bescheren seine fiebrigen Bildvisionen auch heute noch so manche Gänsehaut.

Der Preis für die gleichzeitig abgrundtief ekligsten und gestalterisch künstlerischsten Gruselroman Titelbilder geht ohne Zweifel an Karel Thole!

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