Gestern wegwerfen – Heute sammeln 😁😇

Comic Shop Zürich

Gestern wegwerfen – Heute sammeln 😁😇

Gestern wegwerfen - Heute sammeln

Was unterscheidet Comics, die sich relativ gut verkaufen lassen – auch mehrere Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen – von solchen, die absolute Ladenhüter sind? Was macht die Attraktivität von antiquarischen Comics aus, und sind diese Kriterien immer dieselben? Fragen, Fragen, nichts als Fragen! Ich versuche in diesem Beitrag ansatzweise Antworten zu geben.

Die Würde der Sammelwürdigkeit

Dass sich gebrauchte – antiquarische – Comics verkaufen lassen, steht ausser Frage. Ich verkaufe seit vielen Jahren Comics und weiss, dass es funktioniert. Ich weiss aber auch, dass die Auswahl dabei entscheidend ist. Nicht alles was glänzt, ist auch edelmetallisch. Alt ist nicht gleichbedeutend mit teuer.

Eines der wichtigsten Kriterien ist meines Erachtens der ursprüngliche Zweck, dem die Comics dienten. Konkret: wurden die Comics bei ihrem Erscheinen bereits als Sammelobjekte tituliert? Wenn ja, dann sind sie es heute mit allergrösster Wahrscheinlichkeit nicht. Comics, die unter dem Deckmantel der Sammelwürdigkeit angeboten und verkauft wurden, haben erfahrungsgemäss eine sehr hohe Auflage und wurden beim Erscheinen von sehr vielen Leuten gekauft.

Viele kauften diese Comics mit dem Gedanken, diese später zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Die einzigen, die dabei reich wurden, sind die Verlage. Hat jemand von euch zehn Exemplare von Spawn Nummer 1? Oder vielleicht von WildCats Nummer 1? Beides Comichefte, die bald 30 Jahre auf dem Buckel haben und beides Comics, deren Auflagen in den Millionen liegen! Viel zu viel Spekulanten haben sich Anfang der Neunziger Jahre mit diesen Heften eingedeckt, der Markt ist mehr als gesättigt, er ist vollkommen übersättigt.

Die Quintessenz des Sammelns

Also am besten zurück zu den Wurzeln. Nicht umsonst wird 1980 von Comicsammlern als eine imaginäre Grenze gesehen, als eine Schnittlinie zwischen wirklich alten Comics, die gesucht sind und solchen jüngeren Datums. Vor 1980 waren mit Sicherheit praktisch alle Comics sogenannte Wegwerfware, um es einmal krass auszudrücken. Keiner dachte in den Sechzigern und Siebzigern daran, dass Comics einmal etwas wert sein würden, dass es sich lohnte, sie aufzubewahren. Dementsprechend wurden sie auch behandelt.

Copyright Bastei Verlag

Natürlich gab es schon früher eine Sammlerszene, aber diese war relativ bescheiden und blieb unter sich. Comics waren Massenware, wurden gelesen und irgendwann entsorgt. Und weil sehr viele ihre Comics nicht aufbewahrten sondern entsorgten, gibt es nur eine geringe Menge, eine begrenzte Anzahl, die der heutigen Sammlerszene zur Verfügung steht. Und diese Sammlerszene ist sehr gross geworden und mit ihr wuchs auch die Nachfrage nach antiquarischen Comics.

Das ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Gründe, weshalb deutlich mehr Comics vor 1980 Sammlerpreise erzielen als solche nach 1980. Natürlich gibt es Ausnahmen, die Tendenz bleibt aber deshalb trotzdem bestehen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die mediale Präsenz eines bestimmten Comics. Helden, deren Abenteuer ausklangen und die nur noch in der verblassenden Erinnerung von in die Jahre gekommenen Altsammlern bestehen, haben eher schlechte Chancen, von jungen Sammlern aufgenommen zu werden.

Je präsenter ein Comicheld über die Jahrzehnte in den unterschiedlichsten Medien ist, desto höher seine Chance, von neuen Sammlergenerationen aufgenommen und akzeptiert zu werden. Batman, Superman, Micky Maus, Donald Duck, Prinz Eisenherz sind einige Beispiele. Das heisst aber nicht, dass ein neues Batman Comic a priori wertvoll und sammelwürdig sein muss. Es bedeutet aber, dass wegen der Dauerpräsenz von Batman in der Populärkultur auch junge, neue Sammler ihr Augenmerk auf ältere Comics – vor 1980, remember? – richten. Das erhöht die Nachfrage, was wiederum den Preis steigen lässt. Für heute reicht’s, das Schlusswort hier ist aber noch lange nicht gesprochen.

Auch ich bin nicht gefeit gegen bestimmte Marketing Strategien von cleveren Comicverlagen. Ich habe nicht nur den Image Comic Wahn der frühen Neunziger begeistert mitgemacht, sondern auch den Variant Cover Wahn, der in den 2000er Jahren bei Marvel folgte!

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