Obskure Trödlerläden der Siebziger 🤓🤫

Comic Shop Zürich

Obskure Trödlerläden der Siebziger 🤓🤫

Obskure Trödlerläden der Siebziger

Wenn du deutlich über 40 bist (oder noch besser, über 50), dann kennst du sie vielleicht noch, die Trödlerläden der Siebziger und Achtziger Jahre. Die gab es damals zuhauf in den Städten und auch in kleineren Ortschaften bei uns in der Schweiz. Comicläden gab es damals hierzulande noch nicht, zumindest nicht solche, die auf meinem Radar waren.

Comic Steinzeit

Der erste richtige Comicshop in Zürich kam in den Siebzigern auf, gefolgt von einem zweiten in den Achtzigern. Vor ihnen beherrschten abgesehen von Flohmärkten die Trödlerläden die Szene, wenn man überhaupt von einer reden konnte.

Natürlich gab es die neuen Hefte am Kiosk, und jeder Kiosk hatte seine eigene Auswahl an Comics. Es war nicht der vereinheitlichte Einheitsbrei in gleicher Aufmachung überall, wie heute. Doch das meine ich nicht. Ich rede hier ausschliesslich von gebrauchten Comics, von bunten Heftchen aus zweiter Hand.

Das berüchtigte Efeuhüsli

Einer der Hauptquellen war für uns in Zürich das Efeuhüsli (Efeuhäuschen). An der Brauerstrasse im Kreis 4 war es für mich und meinen Bruder ideal, es war zu Fuss bequem zu erreichen. Das komplett mit Efeu zugewachsene Haus beherbergte eine Art Antiquitätenladen, gemischt mit allerlei Trödelkram und natürlich jeder Menge Papier!

The Roaring Seventies

Hier hatte es Comics und Romanhefte in Hülle und Fülle, und wir waren regelmässige Gäste im Efeuhüsli. Der einzige Wermutstropfen war der Besitzer, ein unfreundlicher, bärbeissiger Misanthrop, dem wir schon sehr bald den Spitznamen Sch****er gaben. Irgendwie blieb der auch haften, denn viele Jahre später hörte ich von Leuten, die ich in den Siebzigern nicht gekannt hatte, vom Efeuhüsli und dessen Besitzer Sch****er reden …

Er hatte die unangenehme Angewohnheit, die meisten Comics und Romane mit einem dicken schwarzen Filzstift auf dem Cover dick mit dem Verkaufspreis zu brandmarken. Noch heute tauchen ab und zu antiquarische Comics mit diesem Makel in der Sammlerszene auf.

Der Laden wurde 1985 aufgelöst, und man munkelt, dass ein Schweizer Comicshop mit den spottbillig aufgekauften Beständen des Efeuhüsli seinen Grundstein gelegt hat.

Die Anderen

Neben dem Efeuhüsli gab es zahllose andere kleine Geschäfte, die wir heimsuchten. Kleine Schreibwarenläden, Briefmarkengeschäfte und ähnliche hatten irgendwo auf dem Boden einige Kisten mit Comics herumstehen, die wir durchwühlten und für 20 oder 50 Rappen pro Stück kaufen konnten. Die neuen Hefte kosteten zu dieser Zeit etwa 1.50 Franken.

Und die Zürcher Antiquariate führten natürlich auch ab und zu Comics. Das eine oder andere dieser Geschäfte hatte eine Ecke, wo günstige gebrauchte Comics und Romanhefte herumlagen. Es war rundum das Paradies schlechthin für uns. Das waren vielleicht Zeiten!

Habt Ihr gewusst, dass Captain Collector in den frühen 1980er Jahren beinahe einen Shop für Comics, Fantasy und Artverwandtes gegründet hat?

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2 Responses

  1. Hi, Tom, ich kann nur sagen, wieder ein sehr interessanter Artikel! Mehr davon!

    Man erfährt immer wieder Neues über Comics und drumherum!

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