To Grade or Not to Grade? 🤨🤔

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To Grade or Not to Grade? 🤨🤔

To Grade or Not to Grade

Unsere heutige Gretchenfrage lautet: Soll man Comics von professionellen Agenturen graden lassen? Leider lässt sich das nicht mit einem simplen Ja oder Nein beantworten. Wichtige Faktoren sprechen dafür, genauso wichtige dagegen. Es kommt eben immer auf das Comic an.

Comic Grading Firmen

Betrachten wir das ein wenig genauer. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, beziehe ich jede weitere Aussage auf amerikanische Comics. Hier hat sich die Firma CGC (Certified Guaranty Company) seit dem Jahr 2000 als der Standard durchgesetzt, wenn es um professionelles Grading von Comics geht.

Es gibt auch andere Firmen, wie zum Beispiel CBCS (Comic Book Certification Service) und PGX (Professional Comic Grading Experts), aber wenn es um Verbreitung, Vertrauen und Marktabdeckung geht, dann ist CGC weit vorne.

Grading – Ja oder Nein?

Nehmen wir nun ein durchschnittliches, gewöhnliches Comic, eine Null-Acht-Fünfzehn Ausgabe sozusagen. Als Beispiel möge Amazing Spider-Man #215 dienen. Lohnt es sich, dieses Comicheft durch CGC graden zu lassen? Ganz klares Nein. Wieso? Weil es in einem wirklichen Superzustand einen realistischen Sammelwert von etwa 15 Dollar hat. Auch wenn es CGC zertifiziert und eingeschweisst ist, hat es kaum mehr wert als diese 15 Dollar, die Prozedur durch die Grading Firma kostet aber mindestens nochmals soviel.

Aber was ist mit Amazing Spider-Man #129? Soll ich mein Exemplar von CGC graden lassen? Aber sicher doch, unbedingt! In dieser Ausgabe hatte der Punisher seinen Erstauftritt, weshalb das Heft eine wichtige Schlüsselnummer und einige Dollar wert ist. In einem Superzustand bringt es bestimmt 1500 Dollar auf die Waage, und wenn es dann auch noch von CGC zertifiziert wurde, kann es sogar einiges mehr einbringen.

Ich rede hier ständig von „Superzustand“, meine damit aber eigentlich den relativ moderaten 9.2er (Near Mint Minus). Die wirklichen Superzustände beginnen aber erst ab 9.6 (Near Mint Plus). Bekommt ein Heft von CGC den Label 9.8 (Near Mint/Mint), dann geht die Post erst richtig ab. Wenn unser Amazing Spider-Man #129 also einen 9.8er oder sogar 9.9er bekommt, dann kann es locker eine Verzehnfachung bedeuten, also 15’000 Dollar, eher sogar noch mehr. Die Preise steigen in diesem High End Bereich der Zustände exponentiell.

Ausnahmen?

Na schön, und wie ist es nun mit meinem Action Comics #1 mit Supermans Erstauftritt? Soll ich das Heft graden lassen? Jetzt wird’s richtig schräg. Die Antwort kann nämlich durchaus „Nein“ lauten. Und weshalb? Weil mich das Graden unter Umständen 100‘000 Dollar kostet. Natürlich nicht das Graden an sich, aber der Verlust, wenn ich das Comic danach verkaufen will.

Bei solchen wahnsinnig teuren Heften kann professionelles Grading kontraproduktiv sein. Da die meisten dieser Hefte sowieso in einem gebrauchten Zustand sind, verkauft man sie am besten raw, also ohne CGC grading. Dieses Comic geht an Liebhaber weg und bringt unter Umständen in einem guten gebrauchten Zustand (sagen wir 5.0, oder Very Good/Fine) eine knappe Million Dollar, vielleicht sogar mehr.

Eine halbe Zustandsstufe kann hier locker 100‘000 Dollar und einiges mehr bedeuten. Wenn ich das Heft graden lasse, bekomme ich von CGC vielleicht „nur“ eine 4.5 (Very Good Plus) und kann das Heft dann für etwa 900‘000 Dollar verkaufen. Das Graden von sehr teuren durchschnittlich erhaltenen Heften kann sich also als kontraproduktiv herausstellen.

Fazit fürs normale Portemonnaie

Und was lernen wir daraus für den ganz normalen Hausgebrauch und unser normalgrosses (kleines) Sammlerportemonnaie? Wenn du Comics hast, die Schlüsselnummern sind – also zum Beispiel Erstauftritte berühmter Charaktere – dann lohnt sich das graden, weil es den Wiederverkaufswert sichert. Alle anderen Hefte kannst du graden lassen, wenn du Lust hast, musst du aber nicht.

Ich habe Blades Erstauftritt (Tomb of Dracula #10) graden lassen, bekam eine 9.4 (Near Mint) und habe das Heft etwa ein Jahr später für 1600 Franken verkauft. Hätte ich von CGC eine 9.9 bekommen, wäre das Heft etwa 12’000 Franken wert gewesen.

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2 Responses

  1. Davor Kokol sagt:

    Mein (über-alles ) geliebter „daywalker“.. schade war ich da nicht dabei! ##seufz## ##stöhn##

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